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Prato

Prato ist zugleich der Name einer Provinz wie auch der Name ihrer Hauptstadt. Die Provinz gehörte noch bis 1992 zu ihrer Nachbarprovinz Florenz, wurde dann jedoch ausgegliedert. Seitdem liegt die Provincia di Prato zwischen der Provinz Firenze im Osten und Süden, der Provinz Pistoia im Westen und der Emilia-Romagna im Norden.




Die Provinz Prato ist die kleinste der toskanischen Provinzen und seit jeher für ihre Textilindustrie bekannt. Nicht ohne Grund nennt man die Stadt Prato beispielsweise auch „Hauptstadt der Stoffe“. Für Besucher bedeutet die hohe Dichte an Outlets bekannter italienischer Marken, Maßschneidern, Stoffläden und Boutiquen meist eines: Shoppen gehen! Nirgendwo sonst in Italien kann man so preiswerte Schnäppchen bei gleichzeitig so guter Qualität ergattern.

Wer aber glaubt, Prato hätte nur gute Einkaufsmöglichkeiten zu bieten, der irrt ziemlich: Obwohl die Stadt stark industriell geprägt ist und zusammen mit Florenz schon heute fast eine Megapolis bildet, findet man hier noch ein intaktes und wunderschönes historisches Zentrum. Der ursprüngliche sechseckige Grundriss der Stadt ist bis heute erhalten geblieben, ebenso der Duomo Santo Stefano mit seiner bemerkenswerten Außenkanzel und dem Freskenzyklus von Lippi oder der mittelalterliche Palazzo Pretorio mit seinen roten und weißen Steinen. Überhaupt fällt auf, dass gerade bei den mittelalterlichen Gebäuden unterschiedliche Steine verwendet wurden, beispielsweise der weiße Alberese und der grüne Serpentino. Um wirklich alle interessanten Sehenswürdigkeiten der Stadt betrachten zu können, benötigt man auf jeden Fall mehrere Tage – allein die unterschiedlichen Epochen haben so vielfältige und interessante Spuren im Stadtbild hinterlassen, dass es schade wäre, in nur einem Tag an allen vorbeizuhetzen.

Prato

Prato ©iStockphoto/GiuliAkira

Rund um Prato findet man verstreut in den sanften Hügeln vereinzelte herrschaftliche Villen, die allerdings nicht den Adligen von Prato sondern den Medici aus Florenz gehörten – der Pratoer Adel zog sich lieber ins Bizensio-Tal zurück. So kommt es, dass heute einige sehr prunkvolle und zauberhaft gelegene Villen, etwa die Villa Medicea in Poggio a Caiano oder die Villa Medicea in Artimino, zur Besichtigung offen stehen und einen Einblick in den recht aufwändigen Lebensstil der Medici bieten. Auf der Fahrt dorthin durchquert man die für die Toskana so typische Landschaft, deren Sanftheit, Licht und Farben schon so manchen Maler und später auch Fotograf in Verzückung geraten ließen.

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