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Arezzo Stadt

Die am Hang gelegene Altstadt von Arezzo, der etwa 100.000 Einwohner zählenden Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, erreicht man als Besucher nur zu Fuß. Ihre strategisch ausgezeichnete Lage war es wahrscheinlich auch, die schon die Etrusker und Umbrer dazu bewog, an dieser Stelle eine Siedlung zu errichten. Bis zu ihrer Abhängigkeit von Florenz im 14. Jahrhundert war die Stadt lebendiges Zentrum der Keramik und Gießkunst, der Kunst und Kultur – nicht ohne Grund gilt sie auch heute noch als Künstlerstadt und Mekka für Kunst- und Antiquitätenfreunde.

Gelangt man nach dem obligatorischen ersten Aufstieg zur Kreuzung Via Cesalpino und Via Cavour, laden auch schon die ersten Straßencafés zu Erholung und Muße ein. Bei einer Caffe latte bietet sich ein Ausblick auf das erste Highlight der Stadt, die Bettelordenskirche San Francesco. Das schmucklose, wuchtige Bauwerk lässt von außen kaum erahnen, welche Schätze es hinter seinen dicken, gotischen Mauern beherbergt: Neben einem Rundfenster von Guillaume de Marcillat, Barockaltären mit Fresken von Spinello Arentino und Malereien von beispielsweise Luca Signorelli oder Lorentino d’Arezzo findet man hier in der Hauptchorkapelle die restaurierten Fresken von Piero della Francesca, die in einem Zyklus in wundervoll ausgeschmückten Stationen die Kreuzeslegende wiedergeben.

Nach so viel Kunstgenuss hat man sich eine Pause verdient und wo verbringt man diese besser als unter schattigen Arkaden mit Blick auf einen der schönsten Plätze Italiens? Man braucht nur der Via Cavour zu folgen und schon steht man auf der Piazza Grande, die schon Roberto Benigni so begeistert hat, dass sie als Schauplatz für seinen preisgekrönten Film „Das Leben ist schön“ (La vita e bella) diente. Jeden ersten Sonntag im Monat findet hier übrigens der große Antiquitätenmarkt statt, der selbst Antiquitätenliebhaber aus dem Ausland anzieht. Wer sich im ersten Sonntag im September ein gutes Plätzchen auf der Piazza gesichert hat, kann sich glücklich schätzen: Dann nämlich findet dort die Giostra del Saraceno statt, ein aus dem 16. Jahrhundert stammendes Reitturnier. Insgesamt acht Vertreter der vier Stadtteile treten zu Pferd und mit einer Lanze bewaffnet gegen den hölzernen Saraszenenkönig Buratto an – und müssen sowohl seinem Morgenstern ausweichen als ihn selbst besiegen, erst dann können sie die „goldene Lanze“ stolz nach Hause tragen.

Arezzo

Arezzo @iStockphoto/Claudio Giovanni Colombo

Wer den Trubel aber eher scheut, muss gar nicht weit flüchten: Santa Maria della Pieve oder kurz la Pieve, die älteste und bedeutendste romanische Kirche der Stadt mit dem Campanile liegt ebenfalls an der Piazza. Sehr sehenswert ist übrigens auch die Casa del Petrarca (das angebliche Geburtshaus des Dichters Francesco Petrarca) oder die Duomo, Bischofskirche und Heimstatt beeindruckender Kunstgegenstände wie etwa den großen Glasgemälden von Guillaume de Marcillat. Und wussten Sie eigentlich schon, dass das Wahrzeichen Arezzos die Chimäre ist? Dem wundersamen Fabelwesen begegnet man heute noch zum Beispiel in der südlichen Altstadt auf Schritt und Tritt auf Gemälden und Häuserfassaden.

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