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Siena

Nirgends in Italien, vielleicht sogar nirgends auf der Welt, befinden sich so viele Kunstschätze versammelt wie in der Toskana! Diese reiche italienische Provinz ist schon lange – zu Recht! – ein Touristenmagnet ersten Ranges. Städtenamen wie Florenz, Pisa, Lucca waren es auch, die die sprichwörtliche „deutsche Italiensehnsucht“ anfeuerten. Zu diesen Schatzkammern der Kunst- und Kulturgeschichte zählt, gleichberechtigt mit Florenz oder Pisa, auch Siena. Die Stadt, inmitten der toskanischen Hügellandschaft gelegen, hat etwa 54.000 Einwohner.




Der Dom von Siena: Hauptkirche der Stadt

Der Dom, ein eindrucksvolles Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert, besteht aus Marmor. Es handelt sich um eine Basilika im gotischen Stil mit drei Schiffen und einer sechseckigen Kuppel. Die attraktive Westfront ist verziert mit Säulen, Statuen und Marmordekorationen. Unter den Kunstschätzen im Innern ist die achteckige Kanzel besonders sehenswert. Ein unvergleichliches Kunstwerk bildet der aus Marmorplatten bestehende Boden, die Platten sind graviert und mit Motiven aus biblischen Geschichten und Legenden versehen.

Der Marktplatz: „Piazza del Campo“

Es wird wohl kaum einen Besucher der Stadt geben, der nicht über den Marktplatz von Siena ins Schwärmen gerät! Handelt es sich wirklich um den schönsten Marktplatz der Welt, wie oft behauptet wird? Was macht diesen Platz so außergewöhnlich? Einerseits sind es die Gebäude, die ihn säumen, in erster Linie der Dom mit der atemberaubend schönen Marmorfassade und dann das Rathaus, ein Palast im gotischen Stil. Andererseits ist es die Form und Gestaltung des Platzes selbst: Nicht rund, nicht viereckig, wie es sich für einen Marktplatz gehört, nein: muschelförmig wurde er angelegt, wobei Streifen dunkleren Pflasters sich wie Strahlen vom helleren Pflaster abheben.

Siena

Siena ©iStockphoto/andreiorlov

Rathaus, Glockenturm, Museen

Eines der wichtigsten Museen von Siena befindet sich am Marktplatz – im Rathaus! In diesem „Museo Civico“ (Stadtmuseum) sind Fresken und andere Beispiele der Sieneser Kunst ausgestellt. Von hier aus kann man den Torre del Mangia, den Glockenturm, besteigen! Der Glockenturm ist übrigens gar nicht alt. Er wurde erst 1848 erbaut. Ebenfalls ein Muss für Kunstfreunde: Die „Pinacoteca Nazionale“, die Nationalgalerie, im Palazzo Buonsignori. Gemälde aus dem 12. bis 17. Jahrhundert von den wichtigsten Künstlern der Toskana sind hier versammelt. Skulpturen aus der Zeit von 1300 bis 1500 findet man im „Museo dell‘ Opera del Duomo“ beim Dom.

Schöne Brunnen, Parks und Gärten

Auf ihre Brunnen sind die Bürger von Siena besonders stolz. Da die Stadt keine eigenen Quellen besitzt, musste man früher das Trinkwasser über Aquädukte von weither heranleiten. Vielleicht haben die Sieneser deshalb so viel Wert auf die Ausschmückung der Brunnen gelegt: weil Wasser als knappes Gut so wertvoll war! Ein berühmter Brunnen (vielleicht der schönste der Stadt!) ist die „Fonte Gaia“ auf dem Marktplatz, gestaltet im 15. Jahrhundert. Der älteste aller Sieneser Brunnen ist angeblich „Fontebranda“. In der Nähe dieses Brunnens soll die berühmte Heilige Katharina von Siena in ihrer Kindheit gelebt haben. Um nach der Besichtigung so vieler Sehenswürdigkeiten etwas Ruhe zu finden oder auch wegen des Schattens an einem sehr heißen Tag empfiehlt sich ein Besuch in einem der Parks von Siena. Da wäre z.B. der Botanische Garten, der aus dem Medizinkräutergarten eines Krankenhauses hervorgegangen ist. Noch immer kultiviert man hier medizinisch wertvolle Pflanzen, aber auch Kakteen und exotische Bäume. Der Park „La Lizza“ bei der Burg St. Barbara wurde im 18. Jahrhundert eröffnet. Auch hier findet man Ruhe und Erholung.

Stadtbummel bei Tag und Nacht

Nicht nur in Mailand und Florenz, auch in Siena findet man Boutiquen mit der neuesten italienischen Mode! Und was in Deutschland abgeschafft wurde, existiert in Italien noch: der Schlussverkauf. Wer zufällig im Februar oder Juli in Siena ist, kann Mode der vergangenen Saison zu stark ermäßigten Preisen erstehen. Die vornehmste Adresse für Damenmode in Siena ist „Cortecci“ in der Via Banchi di Sopra. Das Modegeschäft verkauft das Neueste von den italienischen Stardesignern. Abends und bis in die Nacht hinein sind die Piazza del Campo und die Straßen in ihrer Nähe von Leben erfüllt – zumindest in der warmen Jahreszeit. Man sitzt im Café, unterhält sich, hört Live-Musik. Die „115 Bar“ und das „Al Cambio“ haben bis zwei Uhr nachts geöffnet. Die bei Studenten beliebte Bar „Porrione“ gleich beim Marktplatz lässt ihre Türen sogar bis drei Uhr morgens offen. Im „Barone Rosso“ wird Live-Musik gespielt. Junge Leute treffen sich gern in der Disco „L’Officina“, wo es ebenfalls Live-Musik gibt.

Kulinarische Genüsse

Die toskanische Küche ist einfach und rustikal und zugleich raffiniert. Einige ihrer Geheimnisse sind: hervorragende Zutaten, die Verfeinerung mit den Kräutern, die zum großen Teil aus der Gegend stammen, und das Olivenöl aus der Region. Man liebt in der Gegend Rind- und Schweinefleisch, Wild und natürlich Pasta! Auch Suppe gehört zu einem echt toskanischen Menü! Die Weine aus der Toskana profitieren vom heißen Klima und der Jahrhunderte alten Erfahrung der Winzer. Der berühmteste Name unter allen Weinsorten der Region ist natürlich der viel besungene Chianti, den man zu allen toskanischen Gerichten genießt. Als besonders gutes Restaurant für Weinkenner ist in Siena die „Osteria de Ficomezzo“ zu empfehlen. Hier hat der Weinfreund die Qual der Wahl zwischen 100 Weinen. Frischen Fisch genießt man im „Il Rialto“. Die traditionelle toskanische Küche offerieren unter vielen anderen Restaurants „L’Osteria“ und „Chicecchera“.

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