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Maremma

Die Maremma ist das wohl abwechslungsreichste Gebiet der Provinz Grosseto. Großen materiellen Reichtum gab es hier nie, dafür aber reichlich Wasser, reichlich Erze, reichlich Sand und Pinien und Buchten.

Wörtlich übersetzt bedeutet Maremma so viel wie „zum Meer gehörend“ oder „am Meer gelegen“. Tatsächlich war das Gebiet einst überschwemmt und das heute etwa 10 Kilometer im Landesinneren liegende Grosseto war einmal eine Küstenstadt. Mit der Ablagerung von Geröll und Schwemmsand bildeten sich jedoch sumpfige Ebenen, die immer wieder im Laufe der Jahrhunderte trocken gelegt wurden, nur um wenig später wieder zu versumpfen – nicht umsonst ist auch heute noch manchmal von der Maremma amara, der bitteren Maremma, die Rede.

Die Maremma von heute hat viele Gesichter. Naturliebhabern zeigt sie sich beispielsweise im Parco Naturale della Maremma von ihrer wilden, unberührten Seite. Im Frühjahr und im Herbst kann man sich hier ungehindert bewegen, im Sommer ist die Zahl der Besucher jedoch limitiert und ihre Bewegungsfreiheit stark eingegrenzt. Durch das Schutzgebiet führen acht Wanderwege verschiedenster Schwierigkeitsgrade. Sie führen vorbei an Maremma-Pferden und Maremma-Rindern, der Abteiruine San Rabano und Spähtürmen hin zu einsamen Stränden und felsiger Küste, flachen Dünen und kleinen Seen, Macchiawäldern und kleinen Fischerorten.

Ganz anders präsentiert sich die Maremma in ihren landwirtschaftlich genutzten Bereichen: Die Ebenen nutzt man vorrangig als hochsubventioniertes Weideland für die frei laufenden Maremma-Rinder. Hier findet man auch die Butteri, die Viehhirten der Maremma, die sich bei ihrer Arbeit zum Teil auch gern gegen Voranmeldung über die Schulter schauen lassen. Daher stammt übrigens auch die Bezeichnung „Italiens Wilder Westen“: Wie im amerikanischen Wilden Westen auch gibt es hier Farmen und Farmer, Cowboys und jede Menge Rinder verschiedenster Rassen.

Maremma

Maremma @iStockphoto/Claudio Giovanni Colombo

Eine weitere Facette der Maremma entdeckt, wer entlang der Küste in eines der kleinen Touristenstädtchen fährt. Viele der heutigen Badeorte wie etwa Golfo di Follonica waren ursprünglich industriell geprägt, hier ging man Bergbau und Verhüttung nach. Mit dem Niedergang des Bergbaus brach hier die Wirtschaft zusammen, die Gemeinden mussten überlegen, wie sie an Arbeit und Geld kommen könnten und man beschloss, auf den Tourismus zu setzen. Golfo di Follonica ist ein gutes Beispiel für einen solchen Wandel: Hier pflegt man die Erinnerung an seine Vergangenheit, begrüßt aber auch gern die Sonnenanbeter an seinen einladenden, weiten Stränden. Den Charme typischer kleiner Fischerorte versprühen trotz des wachsenden Tourismus Orte wie Castiglione della Pescaia, in denen Strandurlauber und Fischer, gebührenpflichtige Badestrände und romantisch-authentische Stadtteile friedlich koexistieren.

Eleganter geht es beispielsweise in Principina a Mare oder verstärkt in Punta Ala, dem Nobel-Badeort an der maremmischen Küste, zu. Hier setzt man auf Exklusivität und Qualität, Villenviertel und Jachthafen. Liebhaber sportlicher Betätigung kommen hier ebenfalls voll auf ihre Kosten: Von Wassersport und Radfahren über Reiten bis hin zu Polo ist alles möglich. Der Punta Ala Golf Club verfügt über einen der schönsten 18-Loch-Plätze Italiens.

Übrigens: Auch das mancherorts spärlich besiedelte Hinterland der Maremma ist sehr sehenswert. Hier findet man noch Orte wie Masa Marittima, ein ehemaliges Bergbaustädtchen einige Kilometer landeinwärts, das mit außergewöhnlichen Kunstschätzen und sehr sehenswerten mittelalterlichen Bauten und einer fantastischen Fernsicht punktet.

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