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Grosseto (Stadt)

Im Vergleich zu anderen Städten der Toskana brachte es Grosseto erst spät zu Wachstum: Der Aufstieg und Fall des wirtschaftlichen und administrativen Zentrums der Provinz Grosseto stand immer in engem Zusammenhang mit der Maremma, jener Sumpflandschaft, die über Jahrhunderte nicht trockengelegt werden konnte und somit regelmäßig zur Brutstätte gefährlicher Krankheiten wie der Malaria wurde. Mit der endgültigen Trockenlegung der Maremma nach 1930 entwickelte sich Grosseto langsam zum wohlhabenden Landwirtschaftszentrum.

Obwohl nur 10 Kilometer vom Meer entfernt und verkehrsgünstig gelegen maß man der Stadt lange Zeit zu Unrecht wenig Bedeutung bei – in früheren Jahrhunderten dagegen war das Siedlungsgebiet bei den Etruskern und Römern sehr beliebt. Die Etrusker schätzten vor allem den Erzreichtum der Gegend, die Römer nutzten die fruchtbaren Böden, die Sie mittels Drainagesystemen trockenlegten und verwandelten die Umgebung von Grosseto so in die Kornkammer der Toskana. Die Hinterlassenschaften der Etrusker in der näheren Umgebung Grossetos zeugen noch heute von der hohen Kunstfertigkeit dieser frühen Siedler und ziehen zahlreiche geschichtlich Interessierte an. Die schönsten Exponate findet man im örtlichen Archäologie- und Kunstmuseum nördlich des Doms, das neben etruskischer auch prähistorische, römische und mittelalterliche Kunst zeigt.

Die Verlegung des Bischofssitzes nach Grosseto im frühen 12. Jahrhundert und das Engagement der Medici führten zu einem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aufschwung der Gegend: Grosseto wurde ausgebaut, die Befestigungen verstärkt, neue Entwässerungskanäle angelegt. Als besonders sehenswert gelten heute die liebevoll gepflegte Altstadt und der gotische Duomo San Lorenzo, der mit seiner rot-weiß gestreiften Marmorfassade alle Blicke auf sich zieht.

Grosseto Stadt

Grosseto Stadt @iStockphoto/Claudio Giovanni Colombo

Tipp: Unweit der Stadt fand man bei Ausgrabungen gleich zwei Etruskersiedlungen, Rusellae und Vetluna. Im Parco Archeologico di Roselle sind Überreste etruskischer Häuser und eines Kanalisationssystems, aber auch Reste der Stadtmauer, des Amphitheaters und eine alte, mit Platten befestigte Römerstraße zu sehen. Nahe der heutigen Stadt Vetulonia findet man gut erhaltene etruskische Nekropolen wie beispielsweise die zweistöckige Tomba della Pietrera. Die in den Gräbern gefundenen Goldschmiedearbeiten sind heute im Archäologischen Museum in Florenz ausgestellt.

Übrigens: Grosseto und Umgebung eignet sich hervorragend für Ausflüge mit dem Rad. Die Routen sind auch für Untrainierte leicht zu meistern – Grosseto liegt gerade einmal 10 Meter über dem Meeresspiegel. Wie wäre es also zur Abwechslung mit einer Tour zum Hausstrand der Stadt, nach Marina di Grosseto?

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