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Cortona

Unweit von Arezzo, in etwa 30 Kilometern Entfernung, findet man Cortona, Heimat des Renaissancemalers Luca Signorelli. Das hübsche Städtchen liegt etwas abseits der Touristenströme sehr malerisch am steilen Hang des Monte San Egidio. Was für die Einen pittoresk und romantisch erscheint, ist für Andere eine Belastung: Die Stadt weist einen Höhenunterschied von 150m auf, es gilt also steile Straßen und schmale Treppen zu bewältigen, wohin man auch möchte.

Bevor Cortona im 15. Jahrhundert dem Einflussbereich von Florenz zufiel, war der 22.000-Seelen-Ort bereits ein etruskisches und umbrisches Zentrum gewesen, das seine Blütezeit im frühen Mittelalter erlebte. Die vielen Kirchen der Stadt, eine schöner als die andere ausgestattet, zeugen auch heute noch vom Glanz der vergangenen Tage, als der Bischof noch im Palazzo Vescovile residierte und die Medici in ihrer Fortezza Medicea hoch über der Stadt thronten.

Heute begrüßt die Renaissancekirche Madonna del Calccinaio die Besucher bereits vor den Toren der Stadt. Ein ungewöhnlicher Standort, aber nicht ohne Grund so gewählt: An dieser Stelle fand man ein wundertätiges Madonnenbild, das Anlass zum Bau der Kirche gab. Um die Stadt betreten zu können, muss zunächst die gut erhaltene Stadtmauer aus dem 4. Jahrhundert durchschritten werden, die Cortona über Jahrhunderte Schutz vor Eindringlingen bot. Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht und sich neben den schönen Piazzi und malerischen Gässchen und Treppchen auch die gut erhaltenen, mittelalterlichen Wohnhäuser anschaut, wird bald feststellen, dass jedes dieser Häuser kurioserweise zwei nebeneinander liegende Eingänge hat. Das Rätsel ist schnell gelöst: Direkt neben dem Haupteingang befindet sich die schmale, hohe Porte del Morto, die Totentür, durch die früher die Toten aus dem Haus getragen wurden.

Cortona

Cortona @iStockphoto/David Stava

Aber nicht nur Cortona selbst mit seiner Freitreppe und dem typischen Uhrenturm, dem etruskischen Museum und der Restaurant- und Café-Meile Via Nazionale bezaubert seine Besucher – auch die Umgebung ist in jedem Falle sehenswert. Als beliebtes Ausflugsziel gilt beispielsweise der nahegelegene Trasimenische See, lago trasimeno, der vor allem im Sommer und an Wochenenden unzählige Einheimische und Urlauber in seine Badeanstalten und Hotels lockt. Auch Campingplätze, Sport- und Freizeiteinrichtungen gibt es zur Genüge. Der von 600 Meter hohen Bergen umgebenen See ist so fischreich, dass auch heute noch die Dorfbewohner am Ost- und Südufer vom Fischfang leben können. Sehr beliebt ist ein Ausflug ins Naturschutzgebiet Isola Polvese oder auch auf die Isola Maggiore, die neben ihren guten Fischgerichten vor allem für ihre Spitzenklöppler bekannt ist.

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