Toskana - ein Fest für die Sinne
Naturschönheiten, die unsere Haut streichelnde toskanische Sonne, Berge, Meer, kulinarische Genüsse in alten Weingütern oder auf belebten Piazzas und eine Fülle von kunstreichen Städten wie Florenz, Pisa und Siena - unmöglich, auch nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf einer Reise zu erleben. Die Auswahl fällt immer wieder schwer, wenn man nicht zu viel aufnehmen will und dann leicht des Genusses überdrüssig wird.
Olivenhaine, Weinberge, Zypressen, bunte Keramiksouvenirs aus dem "Land der Töpferkurse", Essen bei Giovanni - machen es leicht, ins Schwärmen zu kommen.
Nehmen Sie Florenz als Anfangspunkt der Reise und möchten sich doch nicht gleich ins Touristengetümmel der hehren Kunststadt stürzen, dann fahren Sie am besten vom Bahnhof aus zum Piazzale Michelangelo. Dort liegt Ihnen dann Florenz zu Füßen mit den Kuppeln und Türmen des Domes oder des Palazzo Vecchio und dem durch die Stadt träge dahin fließenden Arno. Wenn Sie nach diesem überwältigenden Panorama in der Stadt als Kunstliebhaber doch noch die berühmten Uffizien oder die überlebensgroße Statue des David von Michelangelo sehen wollen, bringen Sie genügend Wartezeit mit, die Schlangen erscheinen endlos.
Von Florenz aus empfiehlt sich ein Abstecher in die Berge, um u.a. der auf einem Hügel thronenden mittelalterlichen Stadt Volterra oder San Gimignano mit seinen "Geschlechtertürmen" einen Besuch abzustatten. Bei einem Bummel durch die gepflasterten engen Straßen und Gassen bekommt man leicht das Gefühl, plötzlich ins Mittelalter zurück versetzt worden zu sein.
Sicher sind Volterra und Gimignano nicht ganz so bekannt wie Pisa mit seinem schiefen Turm oder Lucca mit seinem herrlichen Dom, dafür aber nicht so anstrengend wie die von Touristen überfluteten historischen Zentren der Toskana.
Als besonderer Höhepunkt eines Toskana-Urlaubs sollte aber zumindest ein Tagesausflug nach Siena nicht fehlen - mit seinem prachtvollen, vor 800 Jahren aus schwarzem und weißem Marmor erbautem Dom und dem riesigen, muschelförmigen Campo.
Von Siena aus ist es dann ein Leichtes, in die Region der Toskana zu gelangen, die Ihnen die typischen Toskana-Postkartenmotive liefert - die Gegend um das Orcia-Tal unweit des Weinstädtchens Montalcino. Hier sind sie alle paar Kilometer zu finden - die einsamen Hügel mit von Zypressen gesäumten Bauernhöfen. Eindrücke wie diese haben die Toskana weltberühmt gemacht.
Wenn hier der Wunsch aufkommt, sich bei einem Glas funkelnden Rotweins beim Sonnenuntergang über den Hügeln weit weg vom stressigen deutschen Alltag zu träumen, dann sollte auch ein Ausflug in die weltberühmten Chianti-Berge, südwestlich von Florenz gelegen, zum Urlaub in der Toskana dazu gehören. Denn hier wächst er, der Wein, der zum Synonym für italienischen Rotwein schlechthin wurde, der Chianti. Dem von jedem Wirt hier angebotenen Hauswein kann man durchaus trauen, mit nach Hause sollten aber grundsätzlich nur Flaschen genommen werden, die mit dem Zusatz "Classico" auf dem Etikett versehen sind. Auch hier, in der Chianti-Region bestimmen neben einigen größeren Dörfern wie Radda und Greve, einzeln stehende Gehöfte das Landschaftsbild, von heute meist verwilderten Olivenhainen umgeben.
Müde von den vielen Eindrücken der Streifzüge durch die historischen Städte, Dörfer und Landschaften der Toskana ist ein Besuch der warmen Schwefelquellen des im Süden der Toskana gelegenen Badeorts Saturnia ein erholsamer Abschluss der Reise. Iin den Kaskaden der von einem Tuffsteinbecken ins andere fließenden Quellen eingetaucht, weckt der abschiednehmende Blick über die toskanische Landschaft immer wieder neu die Sehnsucht, im nächsten Jahr wieder zu kommen in den sonnigen Teil Italiens, der das Genießen und Träumen so einfach macht.