Toskana - Kunst, Kultur und Dolce Vita

Architektonisch und künstlerisch gilt sie als die Wiege der Renaissance. Als geistiges Zentrum beeinflussten die aus ihr stammenden Künstler und Gelehrten das humanistische Europa. Und nicht zuletzt verbindet man mit ihr italienische Lebensfreude und kulinarische Köstlichkeiten: die Toskana. Allein Florenz ist eine mehrtägige Reise wert und wurde daher zum Ziel eines Kurzurlaubs im Frühsommer dieses Jahres.



Aufgrund der Kürze der Zeit entschlossen wir uns für eine Anreise mit dem Flugzeug und der Bahn. Dank der italienisch-chaotischen Zustände ist es immer wieder ein Erlebnis auf den öffentlichen Nahverkehr zurückzugreifen und den Urlaub im Trubel überfüllter Züge zu beginnen. Im Herzen der Stadt bezogen wir eine kleine Pension, die liebevoll mit zahlreichen Antiquitäten aus zwei Jahrhunderten eingerichtet war und den morbiden Charme eines verfallenen Patrizierpalastes verströmte. Die kauzige Besitzerin, die zusammen mit zwei Schwestern und ihrer Mutter den Betrieb führte, verwöhnte uns mit leckerer Pastaküche à la Mamma.

Am ersten Tag genossen wir einen kurzen Cappucino im Stehen und machten uns dann auf den kurzen Weg zum Dom, um uns den bereits früh in der Sonne harrenden Massen anzuschließen und die unglaubliche architektonische Vielfalt des Gebäudes von innen zu betrachten. Danach machten wir einen Abstecher zur Piazza della Signoria. Der imposante Palazzo Vecchio lädt insbesondere mit seinem besteigbaren Turm zu einem Rundblick über die Stadt ein. In seinem Schatten steht majestätisch dreinblickend eine Kopie von Michelangelos berühmter David-Statue. Gleich in der Nähe liegt die Ordenskirche der Franziskaner Santa Croce mit ihren herrlichen Fresken und den Grabmälern von Galileo Galilei und Michelangelo.

Gegen Nachmittag schlenderten wir zum Ponte Vecchio. Florenz älteste Brücke aus dem 14. Jahrhundert verbindet die durch den Arno geteilten Stadtteile und beeindruckt durch die Bebauung mit dichtgedrängten Häusern, die zahlreiche Geschäfte und Händler beherbergen. Ein Bummel lockt nicht nur aufgrund der Souvenirs, sondern auch wegen der regionalen Spezialitäten aus der italienischen Küche.

Am Abend genossen wir die herrliche Aussicht von der Piazzale Michelangelo und vom Forte di Belvedere auf die Stadt. Zwar ist dieser Platz touristisch überlaufen, aber es ist einfach wunderbar von hier aus den Sonnenuntergang zu beobachten und dem Treiben der Andenkenverkäufer, Karrikaturisten und Gitarrenspieler zuzusehen. Unser Tipp: Einfach eine gute Flasche Wein, Brot, Oliven, toskanische Salami und Käse mitbringen und den Abend ausklingen lassen!

Am nächsten Tag reihten wir uns geduldig in die Schlange zu den berühmten Uffizien. Geduld und Ausdauer werden allerdings mehr als belohnt, denn in den Gemächern der dort untergebrachten Kunstsammlungen lagern zahlreiche Ikonen der europäischen Kunstgeschichte. Für einen Ausflug nach Fiesole, der oberhalb von Florenz liegenden Schwesterstadt, war es an diesem Tag allerdings zu spät, sodass wir uns gemütlich durch die Gassen treiben ließen und in einer kleinen Pizzeria, etwas abseits der Touristenströme ein leckeres Abendessen zu uns nahmen.

Für den kommenden Tag entschieden wir uns spontan zu einer Fahrt nach Siena. Mit einem der ersten Züge ruckelten wir durch die typisch toskanische Landschaft, die in ihrer Kargheit an eine Mondlandschaft erinnert. Siena selbst beeindruckte uns vor allem durch seine Architektur. Am muschelförmigen Il Campo frühstückten wir in der frühen Sonne und flanierten dann durch die Via Banchi di sopra zur Kirche San Domenico. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf den Duomo Santa Maria in seiner faszinierenden Schönheit. Die engen Gassen der Altstadt luden zu einem ausgedehnten Bummel für den Nachmittag.

Den Abend unseres letzten Reisetages ließen wir in unserer Pension mit der toskanischen Küche ausklingen und gaben mit einem Münzwurf über die Schulter einem der vielen Brunnen das Verpsrechen, bald zurückzukehren.