Toskana: Italien von seiner schönsten Seite

Italien ist überall schön, ganz gleich ob man in Rom, Neapel oder in Venedig ist. Aber wer einmal in der Toskana war, wird mir zustimmen: nirgendwo ist Italien so schön wie in der Toskana. Grandiose Landschaften, traumhaft schöne Strände und eindrucksvolle Städte, die Toskana hat von allem verschwenderisch viel.



Lucca und Umgebung
Zwischen den Apuanischen Alpen und dem Monte Pisano liegt eine der wohl schönsten Städte der Toskana: Lucca. In Lucca ist es ruhiger und beschaulicher als in den toskanischen Hochburgen Siena und Florenz, hier gibt es keine Menschenmassen und keine, nur auf den Tourismus abgestimmte Infrastruktur. Wie in einem Dornröschenschlaf liegt Lucca in der weiten Ebene des Flusses Serchio.

Bevor man sich aufmacht die wunderschöne historische Altstadt zu entdecken, sollte man Lucca einmal umrunden. Das geht am Besten bei einem Spaziergang über die Stadtmauer aus dem frühen 18. Jahrhundert. Heute ist die Mauer mit den wuchtigen Bollwerken mit schattigen Bäumen bepflanzt. Der mittelalterliche Stadtkern von Lucca ist ein wahres Labyrinth aus kleinen engen Gassen und holprigem Kopfsteinpflaster. Rund um die weiten Plätze stehen prächtige Renaissance Paläste und romanische Kirchen wie der Dom San Martino, die Kirche San Michele in Foro mit einer wunderschönen Fassade und die kleine Kirche San Frediano mit dem farbenprächtigen Himmelfahrt Mosaik. Ebenfalls einen Besuch wert ist der Palazzo Pfanner-Controni mit seinem wild-romantischen Garten. Etwas außerhalb Luccas, nahe der Versilia Küste, liegen die reizvollen Badeorte Viareggio und Forte dei Marmi. Beide Orte sind fast komplett im Jugendstil erbaut. In einigen der herrlichen Villen im Jugendstil gibt es sehr gute Restaurants mit einem großen Angebot an köstlichen Fischgerichten. Besonders schön ist es, an einem Sommerabend in einem der Gärten unter blühenden Rosen zu sitzen und einen toskanischen Wein zu trinken.

In Lago Massaciauccoli, zwischen Lucca und der Küste, gibt es ein landschaftlich wunderschönes Naturschutzgebiet mit wilden Olivenbäumen. In dem kleinen Städtchen Torre del Lago wohnte einst der Komponist Giacomo Puccini. Ihm zu Ehren gibt es in jedem Sommer ein sehr stimmungsvolles Puccini Open Air Festival mit seinen berühmten Opern.

Florenz
Im Becken des Arno, umgeben von malerischen Bergen, liegt die wohl bekannteste und am meisten besuchte Stadt der Toskana: Florenz. Ein Urlaub reicht nicht aus, um alle Sehenswürdigkeiten und Kunstschätze der Stadt zu sehen. Florenz ist nicht nur im Sommer gut besucht, auch im Winter ist die Stadt voller Touristen. Wer nicht so viel Zeit hat, sollte einen kleinen Rundgang machen, was relativ einfach ist, da in Florenz alle wichtigen Gebäude eng zusammen liegen. Ein guter Ausgangspunkt ist der Dom Santa Maria del Fiore. Der Dom aus dreifarbigem Marmor und die gewaltige Kuppel beherrschen das Stadtbild von Florenz. Wohin man auch geht, der Dom ist immer sichtbar. Im Inneren bietet der viertgrößte Dom Europas eine Reihe von Kirchenschätzen und Reliquien. Schade ist, dass man die fantastischen Malereien in der Kuppel von unten nicht erkennen kann.

Nur einen Katzensprung vom Dom entfernt, ist die Piazza della Signoria mit dem Palazzo Veccio, ein Meisterwerk florentinischer Renaissance. Unbedingt sehen muss man den Neptunbrunnen und natürlich den David von Michelangelo, das bildhauerische Meisterwerk schlechthin. Auf der berühmten Arno Brücke Ponte Veccio kann man neben unzähligen Andenken und typisch toskanischem Kitsch, auch sehr schöne Goldschmiedearbeiten kaufen. Um den Preis zu feilschen ist nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Das südliche Ufer des Arno wird von prächtigen Renaissancebauten beherrscht. Dazu gehören der Medici Palazzo Pitti und der Palazzo Strozzi. Eindrucksvolle Kunstschätze bietet die Franziskanerkirche Santa Croce. Die wohl außergewöhnlichste Kirche ist Orsanmichele, ein umgebauter Getreidespeicher. Vom Piazzale Michelangelo aus, hat man einen wunderschönen Blick von oben auf Florenz. Auf dem Platz steht auch das kleine Eiscafé Franca, mit dem besten Gelati der Stadt.

Siena
Seit Jahrhunderten schon wetteifern Florenz und Siena darum, welche die schönste Stadt der Toskana ist. Meiner Meinung nach ist es Siena. Sicher hat Florenz mehr Kunstschätze und architektonische Meisterwerke, aber nicht nur die Landschaft rund um Siena ist schöner, die Stadt hat auch mehr Charme und den besseren Chianti. Am schönsten ist Siena in der frühen Abenddämmerung, wenn alles in ein weiches orange-braunes Licht getaucht ist. Mittelpunkt der Stadt ist die muschelförmige Piazza del Campo. Hier ist auch der Ausgangspunkt für ein zweimal im Jahr stattfindendes Spektakel, das berühmte Pferderennen Palio. Auf dem Platz und in den engen Gassen dreht sich alles rund um das Rennen. Selbst die Pferde haben ihre Ställe in den Hinterhöfen der mittelalterlichen Häuser. Besonders am Abend herrscht auch außerhalb des Palio auf dem Platz und in den zahlreichen Kneipen und Restaurants ein munteres Treiben. Wahrzeichen der Stadt aber sind der Torre del Mangia und der Palazzo Pubblico, das Rathaus von Siena. Auf dem höchsten Hügel von Siena erhebt sich der Dom Santa Maria, der eine interessante Mischung aus gotischen und romanischen Stilelementen ist.

Ein klassisches Ausflugsziel nicht weit von Siena ist das kleine malerische Städtchen San Gimignano, dass wegen seiner fast vollständig erhaltenen Altstadt aus dem 13. Jahrhundert und den beiden hohen Geschlechtertürmen auch Manhattan des Mittelalters genannt wird.