Toskana- die Schönheit der Kultur

Wer an die Toskana denkt, muss unweigerlich an eine Region voller reicher Kultur und wundervoller Landschaften denken. Der Gedanke der aufklärenden Renaissance ist allgegenwärtig und begleitet den Kulturbegeisterten Reisenden in jede Region dieses einmaligen Landstrichs!



Unsere Reise führte uns in das Zentrum, dem Inbegriff der Renaissance, nach Florenz. Wir kamen über Rom eingeflogen und konnten schon aus dem Flugzeug heraus die atemberaubende Silhouette der Stadt sehen. Die Stadt lag im goldenen Licht des Spätsommers eingehüllt unter uns und die Ponte Veccio, der ehrwürdige Turm des Palazzo Vecchio und die einmalige Kuppel des Doms zeichneten sich ab. In Florenz angekommen wurden wir schon von dem besonderen Geist, den diese Stätte besitzt, empfangen. Die Stadt ist natürlich eng mit dem Namen und den Kunstförderern Medici verbunden, die erst die Wiege der Renaissance als Mäzen dort initiiert haben.

Ein Tag in der Renaissancewiege Florenz!

Unser Hotel lag etwas abseits der eigentlichen Stadt schon in den Hängen der berühmten Weinberge eingebettet, doch von unserem Fenster aus konnten wir die Kuppel des Doms sehen. Wir begannen unseren Rundgang, durch die Stadt, an der Piazza della Segnoria, einem mitreißenden Platz, der die ganze Kulturfülle zeigt. Angefangen vom ehrwürdigen Palazzo Vecchio mit seinem Turm und dem berühmten davor stehenden Marmorstandbild des David von Michelangelo, diesem Meisterwerk, das nach den Idealen der Antike gefertigt wurde. Unser Blick ging dann in Richtung der Loggia della Signoria, dieser wundervollen und offene Säulenhalle, die eine Auswahl an bedeutenden Statuen und Figuren der Renaissance beherbergt. Der berühmte und grazile Perseus stach einem natürlich gleich ins Auge.

Wenige Schritte von der Piazza della Signoria gelangten wir zum ehemaligen Verwaltungsgebäude der Medici, den heutigen Uffizien, die eine der berühmtesten Kunstsammlungen, mit reichhaltigen Renaissanceexponaten, beherbergen. Wir schritten durch die Säle vorbei an einmaligen Gemälden italienischer Künstler wie Botticelli, Michelangelo, Giotto, Caravaggio oder auch Rubens und Dürer. Natürlich haben wir das eigentliche Renaissancegemälde von Botticelli, die Geburt der Venus, voller Bewunderung betrachtet. Nach diesem Kunstgenuss verließen wir die ehrwürdigen Hallen und flanierten in Richtung der Ponte Vecchio dieser berühmten bebauten Brücke. Die Nachmittagssonne ließ dabei den Arno im goldenen Glanz erstrahlen. Die schmale Gasse über die Brücke war voller Juweliere, die sehr kunstfertig ihr Handwerk anboten. Geschäft an Geschäft reihte sich rechts und links auf der Brücke. Nach einem exquisiten Kauf wollten wir uns etwas stärken und setzten uns in ein kleines Restaurant am Arno gelegen.

Nun schritten wir durch die belebte Innenstadt hin zum religiösen Zentrum der Kunst, dem Dom, der sich auf der Piazza del Duomo befindet. Das Gotteshaus, das der heiligen Santa Maria del Fiore gewidmet ist, beeindruckt durch seinen weiten, von dem Baumeister Brunelleschi erdachten, Kuppelbau. Im Inneren des sakralen Raums empfing uns die ehrwürdige Kunstfertigkeit der Deckenfresken und zog uns gleich in ihren Bann. Das gebündelte Licht, das durch die Fenster der Kuppel in den Innenraum fiel untermalte noch die Besonderheit des Ortes. Wir stiegen die Treppen zur Kuppel hinauf und wurden oben mit einem traumhaften Panoramablick auf die spätsommerliche Stadt belohnt. Unter uns lag das Baptisterium, eines der ältesten Gebäude Florenz, mit seinen einzigartigen vergoldeten Bronzetüren, die von Ghiberti geschaffen und bis heute nichts an ihrer Anziehungskraft verloren haben. Dabei ist das östliche Portal das sogenannte Paradiestor das berühmteste. Zu unserer linken Seite erhob sich der in wundervollen Carrara Marmor erbaute Glockenturm, der sogenannte Campanile di Giotto. Ein herausragendes Beispiel für die kunstfertige Bauweise in Florenz und Stätten der Toskana.

Unser nächstes Ziel war der gotische Bau der Basilika Santa Croce, deren Bekanntheit durch die Grabesstätten berühmter Persönlichkeiten wie Machiavelli, Galilei und Michelangelo im Inneren herrührt.

Wir überquerten nach diesen besonderen Kunsteinsichten den Arno, um auf der anderen Seite zu den weiten Bobolihügeln zu gelangen. Die Stadt leuchtete, in unserem Rücken, im spätsommerlichen Nachmittagslicht und so gelangten wir zu unserem ersehnten Ziel, dem Palazzo Pitti mit seinen einzigartigen Gärten. Der Palazzo Pitti beherbergte in seiner sehr bewegten Geschichte Dynastien der Pitti, der Medici und der Savoyer. Die Parkanlage der Boboligärten empfing uns mit der erhabenen Frische und der Gartenkunst des 16. Jahrhunderts. Diese von den Großherzögen der Toskana beauftragte Anlage ist ohne Frage ein Paradebeispiel für italienische Gärten der Renaissance und des aufkommenden Barock. Eine Oase, die durch ihren wundervollen Gartenbaustil beeindruckt, bezeichnend sind die langen Achsen mit einer verschwenderischen Fülle an Statuen, Grotten und Brunnenanlagen. Wir genossen einen ausgedehnten Blick auf die Silhouette der Stadt, die im roten Licht der untergehenden Sonne erstrahlte.

Wieder zurück auf der Piazza della Signoria tauchten wir ein in dem Flair der lebendigen Plätze mit den kunstvoll illuminierten Fassaden. Den Abend und unseren Rundgang durch Florenz beschlossen wir in einem kleinen Restaurant beim Genuss eines sehr vollmundigen Chianti und herrlich frischer Pasta. Der Bann der Toskana hatte uns voller Kulturschönheit erfasst und bereichert.